Schon beim ersten Betreten der Schule war ich beeindruckt. Das Schulgelände ist riesig und verfügt über viele moderne und beeindruckende Anlagen. Es war faszinierend zu sehen, wie das Schulleben dort organisiert ist und welche Möglichkeiten die Schülerinnen und Schüler haben.

Als Erasmus-Gruppe wurden wir unglaublich herzlich aufgenommen. Sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler begegneten uns mit großer Gastfreundschaft und Offenheit. Wir fühlten uns von Anfang an willkommen, fast so, als wären wir kleine Prominente. Viele wollten mit uns sprechen, Fotos machen oder einfach Zeit mit uns verbringen. Für uns wurden sogar besondere Veranstaltungen organisiert, darunter ein Tanzwettbewerb und eine Musikshow. Es war schön zu erleben, mit wie viel Mühe und Begeisterung unsere Gastgeber das Programm gestaltet haben.

Doch der Austausch beschränkte sich nicht auf das Schulgelände, auch die Natur der Region durften wir kennenlernen. Wenn Ebbe eintritt und sich das Wasser zurückzieht, kann man den Meeresboden betreten und zahlreiche Tierarten fangen oder beobachten. Das nennt man „Tidal Flat Excursion” oder auf Koreanisch „Getbol” (갯벌), was wir am Gewässer Hampyeongman erlebt haben. Dazu stellte uns die Muan High School die benötigte Ausrüstung zur Verfügung. Wir bekamen einen Schirmhut, Ärmel zum Überziehen als Sonnenschutz, ein Paar Gummistiefel sowie eine kleine Tasche mit einer Schaufel und weiteren Werkzeugen, um im Schlamm nach Tieren zu suchen. Erfolgreich waren wir ebenfalls: Wir fingen viele kleine Krebse, darunter auch einen großen. Die Fische waren jedoch zu schnell für uns. Neben dem Fangen war auch das Beobachten der Tiere sehr interessant. So schauten wir zwei Krebsen dabei zu, wie sie um den Eingang einer Höhle kämpften.

Neben solchen Naturerlebnissen stand auch die Demokratiebildung im Mittelpunkt unseres Austausches. Dafür unternahmen wir unter anderem einen Ausflug nach Gwangju, um die Geschichte hinter dem Gwangju-Aufstand zu lernen, der im Mai 1980 geschah. Wir besuchten verschiedene Museen, in denen das Geschehen, die geschichtlichen Hintergründe, die zu dem Aufstand führten, und die Rolle des damals autoritären Regimes aufgearbeitet wurden. Die Schicksale der Menschen, die sich damals für die Demokratie einsetzten, wurden dort eindrucksvoll und auch künstlerisch dargestellt. In Gwangju wurde uns wieder einmal klar, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern meist erst hart erkämpft werden musste und deshalb weiterhin geschützt werden sollte.

Einen ganz anderen Charakter hatte der Besuch des Gwangju National Science Museum, in dem wir uns frei bewegen und die Ausstellungen selbstständig anschauen durften. Dort werden wissenschaftliche Sachverhalte und Phänomene wie KI, physikalische Gesetze oder Naturereignisse vereinfacht und in interaktiver Form dargestellt. Vor allem bei Kindern und als Ziel eines Schulausflugs ist das Museum sehr beliebt.

Während unserer Zeit in Muan durften wir nicht nur die Highschool besuchen, sondern auch sehen, wie die Universitäten in Korea aussehen. Wir konnten zwei Universitäten besuchen: die Maritime University in Mokpo und die Chodang University in Muan. Beim Besuch der Maritime University in Mokpo hatten wir die Möglichkeit, eines der Schulschiffe der Universität zu besichtigen. Es war ein sehr interessanter Rundgang, bei dem wir das Deck und die Brücke des Schiffes erkunden konnten. Die Chodang University hingegen spezialisiert sich auf alles, was mit Flugverkehr zu tun hat. Dort angekommen, bekamen wir eine kleine Einführung und durften dann mithilfe von Studenten Metallstangen biegen und bohren. In einem weiteren Teil des Besuches durften wir in einer Simulation erleben, wie es ist, ein Flugzeug zu fliegen und zu landen. Danach gab es noch eine kleine Führung durch die Universität, bevor wir uns verabschiedeten. Alles in allem waren die Besuche der beiden Universitäten sehr lehrreich und interessant.

Doch nicht nur die Städte Muan-gun und Mokpo durften wir besuchen, sondern auch die Hauptstadt Südkoreas, Seoul. Die wunderschöne Metropole begeisterte uns mit der Mischung aus modernen Vierteln mit hohen Wolkenkratzern und traditionellen Gegenden mit buddhistischen Tempeln und Palästen. Am Ankunftstag erkundeten wir die Stadt und ließen die Shoppingerfahrungen von Seoul auf uns wirken, bevor wir in einer Rooftop-Bar auf Frau Rothneigers Geburtstag anstießen. Am Morgen darauf entdeckten wir das Gangnam-Viertel, auf dem der Hit „Gangnam Style” basiert, zu dem wir natürlich auch ab und zu abgetanzt haben ;) Doch Gangnam beinhaltet nicht nur eine Statue zu Ehren des Liedes, sondern auch den eindrucksvollen buddhistischen Tempel Bongeunsa (봉은사) mit einer 28 Meter hohen Buddha-Statue.

Am letzten unserer drei Tage in Seoul besuchten wir die Demilitarisierte Zone (DMZ), welche die Halbinsel in Nord- und Südkorea teilt. Ein wahnsinnig ernüchternder, aber auch spannender Ausflug, der uns allen mindestens einmal Gänsehaut bereitete. Von einer Aussichtsplattform konnten wir sogar einen Blick auf ein Propagandadorf Nordkoreas werfen. Doch auch dieser Trip ging leider zu Ende, und wir sind uns alle einig, wie schön dieser war und dass wir Südkorea irgendwann wieder einen Besuch abstatten werden.

Geschrieben von: Amar Jashari, Carina Mooser, Janka Demeter, Anna-Lena Liesting, Christoph Kölbl, Robin Plakinger dos Santos

 

 

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