FOS/BOS Traunstein besucht Suchtpräventionstheater
Um der Suchtproblematik auf den Grund zu gehen, besuchten im Oktober die 11. Klassen und Vorklassen der Beruflichen Oberschule Traunstein drei Aufführungen des Theaterstücks „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ von Otto Hopfensperger in der nahe gelegenen Kulturfabrik „NUTS”. Sie sind ein wertvoller Teil der Suchtpräventionsarbeit an der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule, die so jedes Mal etwa 300 Schülerinnen und Schüler erreicht.
Der Autor verarbeitet im Drama seine mehrjährigen Erfahrungen als Psychologe und Drogenberater in der Jugendstrafvollzugsanstalt Laufen-Lebenau. Viele Dialoge im Stück stammen wortwörtlich aus seinen Aufzeichnungen über die Arbeit mit den Häftlingen, deren Persönlichkeiten in der Hauptfigur und in den Nebenrollen auf die Bühne kommen. Auf diese Weise bringt das Drama die Suchtproblematik und deren Hintergründe sehr realitätsnah und einfühlsam auf den Punkt, ohne mit erhobenem Zeigefinger schwarz-weiß zu malen. Die überraschende Schlusspointe lässt dann den Zuschauer nachdenklich zurück.
Dabei bringt die abwechslungsreiche, aber sparsame Inszenierung das Wesentliche besonders gut zur Geltung. Ein Übriges tun die beiden Darsteller Franz-Josef Fuchs vom Theater „NUTS“ in Traunstein, ein ausgezeichneter und auch in diesem Stück verblüffend wandlungsfähiger Schauspieler, und der Autor selbst, der als Musiker das Theatererlebnis mit selbst komponierten Songs, Instrumentalstücken oder Begleitmusik zur Handlung vertieft und bereichert. So finden sie auch bei schwierigerem, vielleicht noch pubertärem und theaterungewohntem Publikum zuverlässig gespannte Aufmerksamkeit. Gerade für die späte Mittel- und frühe Oberstufe ist das Stück auch besonders geeignet.
Die Betroffenheit nach dem unvermutet tragischen Ausgang des Schauspiels kann dann je nach Bedarf in ein Gespräch mit den Darstellern und dem Schulbeauftragten für die Suchtprävention Andreas Nikol münden, der diese Aufführungen organisiert und auch darüber hinaus als Ansprechpartner zur Verfügung steht, wenn für Schülerinnen und Schüler Sucht ein brennendes Problem wird und sie Hilfe brauchen.
Andreas Nikol
Beauftragter für die Suchtprävention


